3. Sachsentasting - Arran und seine Finishes - 18.03.2006 - Arrankeller Lichtenstein

Am 18.03.2006 fand das 3. Sachsentasting statt, verkostet wurden verschiedene Arrans einschließlich diverse Finishings.

 

Meine Tastingnotizen vom 3. Sachsen-Tasting:

1. Arran Robert Burns:

Farbe: sehr blass

Nase: leicht alkoholisch, mit fruchtigen und deutlich grasigen Noten, etwas Honig

Geschmack: mittlerer Körper, wärmendes Gefühl im Mund, aus meiner Sicht etwas unreif, süßer Beginn, später etwas Salz, die Honigtöne auch am Gaumen, kurzer Abgang

2. Arran Standard ohne Alter 43%

Farbe: sehr blass

Nase: leicht alkoholisch, fruchtig und deutliche Süße (Honig?), auch hier wieder Gras-/Heunoten

Geschmack: mittlerer Körper, Honigsüße, deutlich reifer als Burns, etwas längerer Abgang mit spürbarer Süße

3. Arran First, 1995 46%

Farbe: Weißwein

Nase: Malz und Heu, wie bei fast allen Arrans

Geschmack: leichte fruchtige Süße im Wechselspiel mit leichten Salztönen, Abgang kurz, wobei die Grasnoten zu spüren sind

4. Arran Provenance, 7 Jahre, Spring Destillation, 46%

Farbe: Weißwein

Nase: fast identisch mit First, Heu- und Malztöne, wobei die Heutöne überwiegen

Geschmack: hier im Gegensatz zum First mehr Fruchttöne (Keine Ahnung, welche), leicht salzig, ebenfalls wieder grasige Noten, im mittellangen Abgang plötzlich die Honigsüße, eventuell auch undeutlich Heidekraut

5. Arran 10 Jahre, 46%, der neue Standard

Farbe: helles Gold

Nase: leichte Honigtöne, Getreidenoten (malzig), Sherryeinflüsse gering erkennbar

Geschmack: wärmend im Mundraum, voller Körper, wieder fruchtige Noten, Sherrytöne, von den Trinkstärkemalts am heutigen Abend der beste, jedenfalls für mich, die paar Jahre mehr im Fass haben ihm gut getan, Abgang wieder Heidekraut, hat mich irgendwie an Highland Park 18 erinnert

6. Arran matured in a Sherry Cask , 98/05, 58,3%

Farbe:  dunkles Gold mit rotem Stich

Nase: der Sherry deutlich zu riechen, süße und fruchtige Noten

Geschmack: süß, ölig, deutliche Sherrynoten, Bitterschokolade (nophy: Herrenschokolade 70% Kakao), recht komplexer Abgang, wobei der aufgrund des Sherryeinflusses von der Sherrysüße dominiert wird

7. Arran Chateax Margaux Finish, 59,8%, bottled 08.08.2005

Farbe: Kupfer

Nase: fruchtig, deutliche Weinnoten, getrocknete Früchte

Geschmack: Birne, weinige Noten überwiegen, was jedoch sehr angenehm ist, ich hatte hier (wie auch schon beim CöWhiHe) einen Pilzgeschmack im Mund, was jedoch nur noch andeutungsweise von Falko (critter) wahrgenommen wurde, langer Abgang, leichter Rauch !

8. Arran Bordeaux Cask Finish, 59,7%, bottled 12.05.2005

Farbe: Kupfer

Nase: aromatisch, blumig und süß, rote Johannisbeeren?

Geschmack: anfangs getrocknete Früchte, würzige Noten (Pfeffer ist es nicht) leichter Rauch, einige meinten sogar Torf zu schmecken, langer Abgang im Wechselspiel von Gewürzn und Weinnoten. Die destille beschreibt das als "real game of two halves" und das trifft es ziemlich genau

9. Arran Champagner Cask Finish, 58.7%, bottled 18.08.2005

Farbe: heller Bernstein

Nase: Malz, Vanille, leichte malzige Noten

Geschmack: vollmundig, im Mund prickelnd (Einbildung, weil es Champagnerfinish ist???, wurde jedoch von fast allen bemerkt), fruchtig, süß, deutliche Vanillenote, etwas Caramel, recht langer süßer Abgang, dann würziger werdend

 

Fazit: Arran ist es wert, näher erforscht zu werden. Die oft gescholtenen Finishings sind bei dem heutigen Tasting gut angekommen. Mein persönlicher Favorit ist das Champagner-Finish, wirklich toll, was man mit einer Nachreifung aus einem Malt machen kann. Überraschend für mich auch der neue 10yo Standard, der mich irgendwie an Highland Park erinnert hat, da ich glaubte, Heidekrautnoten zu schmecken. So ist mir das bei Arran noch nie untergekommen.

cu, Jens